IMKEREI IN HERDECKE

 

 

Nachrichten aus Wetter und Herdecke; WP/WR 06.07.2008

 

Zahl der Bienenvölker sinkt: Imker machen sich Sorgen


Herdecke. Für Bienenfans und Honigliebhaber öffnete der Imker Wolfgang Marzahl am Samstag seinen Imkerstand in der Attenbergstraße. Schließlich war nicht irgendein Samstag, sondern Tag der deutschen Imkerei. ...

Imker Wolfgang Marzahl lud zum Tag der offenen Tür auf sein Grundstück, um sein geliebtes Hobby vorzustellen. Foto: Marten

... Dieser Tag wird von vielen Imkervereinen aus der Region genutzt, um den Menschen das Handwerk des Imkers vorzustellen und die Arbeit der - nicht nur sprichwörtlich - fleissigen Bienen zu würdigen.

Ein einziges Gramm Honig erfordert zwischen 8 000 und 10 000 Blütenbesuche - kaum vorstellbar also, wie viel Arbeit die Bienen haben, ehe das Glas Honig am Frühstückstisch voll wird. "Honigbienen sind nach Rind und Schwein das drittwichtigste landwirtschaftliche Nutzier", so Marzahl, der nun bereits seit 20 Jahren im Imkerverein Herdecke-Ende Mitglied ist. Und er hat Recht: 80 Prozent der 3 000 heimischen Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung durch die Honigbiene angewiesen. Uns Menschen wird dadurch letztendlich vitaminreiche Nahrung gesichert. Besorgt zeigte sich der Herdecker Imker daher über die rückläufigen Zahlen von Bienenvölkern. Dafür macht er auch den mangelnden Nachwuchs verantwortlich: "Speziell weibliche Imker sind eine Rarität - mit so einem Tag der offenen Tür wollen wir dem entgegenwirken und für unser Handwerk werben", so Marzahl. In Herdecke gibt es immerhin 35 Bienenhalter mit 300 Bienenvölkern doch "der Großteil der Züchter ist einfach zu alt und vom Nachwuchs fehlt jede Spur", sagte der 76-Jährige.

"Der Verein würde Interessierten für den Anfang auch ein Bienenvolk zur Verfügung stellen." Alles, was man mitbringen muss, sei "Geduld, Zeit, Liebe zur Natur und eine gewisse Stichfestigkeit", so der Herdecker Imker, ehe er sich abwendet und seinen Gästen den Tagesablauf einer Honigbiene schildert. Gespickt wird jede Information mit einer alten Imkerweisheit. Dass die Biene vom ersten bis zum letzten Tag ihres Lebens arbeitet, merkt man sich zum Beispiel am besten mit "Dem Ganzen selbstlos dienen - das lehren uns die Bienen".

Mehr Informationen zum Imkerverein gibt es auch im Internet unter www.herdecker-imker.de

Von Nick Marten